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Lohn-Updates

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Lohn-Updates

Faktor F in der Gleitzone ab 1.7.2006

Arbeitnehmer, deren monatliches Arbeitsentgelt in der so genannten Gleitzone zwischen 400,01 € und 800,00 € im Monat liegt und die Grenze von 800,00 € im Monat regelmäßig nicht überschreitet, werden bei den Sozialabgaben entlastet, indem die Sozialversicherungsbeiträge von einer ermäßigten Bemessungsgrundlage erhoben werden.

Die Ermittlung der ermäßigten Bemessungsgrundlage wird aus dem monatlichen Arbeitsentgelt (AE) nach folgender Berechnungsformel vorgenommen:

F x 400 + (2 – F) x (AE – 400)

Der Faktor F ist vom durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz des jeweiligen Kalenderjahres abhängig. Das Haushaltsbegleitgesetz 2006 legt infolge der Erhöhung der Pauschalbeiträge für geringfügig entlohnte Beschäftigungen ab 1. Juli 2006 auch einen erhöhten Faktor F fest.

 

KalenderjahrFaktor F
2003 0,5995
2004 und 2005 0,5952
1.1.2006 bis 30.6.2006 0,5967
1.7.2006 bis 31.12.2006 0,7160

 

 

Unter Berücksichtigung des Faktors F = 0,7160 für die Zeit vom 1. Juli 2006 bis 31. Dezember 2006 ergibt sich für die ermäßigte Bemessungsgrundlage folgende vereinfachte Formel:

1,2840 x AE – 227,20 €

Der Arbeitgeber zahlt weiterhin seine vollen Beitragsanteile zu den einzelnen Versicherungszweigen, die sich aus dem der Beschäftigung tatsächlich zugrunde liegenden Arbeitsentgelt ergeben. Dabei ist für die Krankenversicherung der Beitragssatz der jeweiligen Krankenkasse anzuwenden.

Die Arbeitnehmeranteile errechnen sich aus der Differenz zwischen Gesamtbeiträgen zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung und den Arbeitgeberanteilen. Der Arbeitnehmer zahlt deshalb einen reduzierten, progressiv ansteigenden Beitragsanteil. Bei einem durchschnittlichen Beitragssatz in der Krankenversicherung von 13,3% ergeben sich (2006) folgende Sozialversicherungsbeiträge (ohne Beitragszuschlag für Kinderlose) in der Gleitzone: dazu siehe Tabelle 1

Der zum 1. Juli 2006 geänderte Faktor F bewirkt eine Erhöhung der beitragspflichtigen Einnahmen in der Gleitzone für die Berechnung des Arbeitnehmerbeitragsanteils. Bei einem Arbeitsentgelt von 400,01 € betrug die prozentuale Belastung bisher 4,5 % und steigt ab 1.7.2006 auf 9,5 % an.

Beispiel:

Arbeitsentgelt: 600,00 €, Beitragssatz KV: 13,30 %, zusätzlicher Beitragssatz 0,9 %
Ermäßigte Bemessungsgrundlage:

1,2840 x 600,00 € – 227,20 € = 543,20 € KV-Beitrag: 543,20 € x 6,65 % +
543,20 € x (6,65 % + 0,9 %) = 77,13 €
AG-Anteil: 600,00 € x 6,65 % = 39,90 €
AN-Anteil: 77,13 € – 39,90 € = 37,23 €

Die Beiträge und Beitragsanteile zur RV, AV und PV sind analog zu ermitteln. Die höheren Arbeitnehmeranteile führen auch zu entsprechend höheren Rentenanwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der zusätzliche Beitrag in der Krankenversicherung und der Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung werden ebenfalls mit der ermäßigten Bemessungsgrundlage ermittelt.

Die Gleitzonenregelungen gelten nicht:

• bei Auszubildenden,
• bei Praktikanten, die ein in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Vor- oder Nachpraktikum absolvieren,
• bei Beschäftigten, für deren Beiträge fiktive Arbeitsentgelte zugrunde gelegt werden, z.B. für behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten,
• bei Teilnehmern am freiwilligen sozialen Jahr bzw. freiwilligen ökologischen Jahr,
• bei Umschülern, wenn sie den zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt sind, weil die Umschulung für einen anerkannten Beruf erfolgt und nach den Vorschriften des Bundesbildungsgesetzes durchgeführt wird,
• bei Vereinbarung von Altersteilzeit oder anderen flexiblen Arbeitszeiten, bei denen das reduzierte Arbeitsentgelt in die Gleitzone fällt,
• bei Wiedereingliederungsmaßnahmen nach einer Arbeitsunfähigkeit durch stufenweise Aufnahme der Tätigkeit,
• bei Minderung des tatsächlich erzielten Arbeitsentgelts infolge Kurzarbeit oder (im Baugewerbe) Winterausfall.

Für Arbeitnehmer mit einem Arbeitsentgelt in der Gleitzone besteht die Aufstockungsoption, für den Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung mit einer schriftlichen Erklärung auf die Anwendung der Gleitzonenregelung zu verzichten und den vollen Beitrag zur Rentenversicherung zu zahlen. Der Beitrag ist dann aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt zu berechnen. Die Aufstockung von Rentenversicherungsbeiträgen ist nur mit Wirkung für die Zukunft und nur einheitlich für mehrere Beschäftigungen möglich und für die Dauer der Beschäftigung bindend. Die Erklärung des Arbeitnehmers ist vom Arbeitgeber zu den Lohnunterlagen zu nehmen.

Der Arbeitgeber ist – im Gegensatz zur Informationspflicht bei geringfügig entlohnten Beschäftigten – nicht verpflichtet, seine Arbeitnehmer über die Aufstockungsmöglichkeit zu informieren.

Durch die Erhöhung des Faktors F und damit der beitragspflichtigen Einnahmen in der Gleitzone verringert sich ab Juli 2006 auch der Aufstockungsbetrag für den Arbeitnehmer.

Für den Arbeitgeber besteht kein Optionsrecht, die Gleitzonenregelung nicht anzuwenden. Die Aufstockungsoption in der Rentenversicherung besteht lediglich für den Arbeitnehmer, da sich ansonsten die Rentenleistung aus den Beiträgen der ermäßigten Bemessungsgrundlage berechnet. Krankengeld und Arbeitslosengeld werden jedoch so berechnet, als ob ungeminderte Arbeitnehmerbeiträge entrichtet worden wären. Werden mehrere Beschäftigungen ausgeübt, deren Arbeitsentgelte insgesamt innerhalb der Gleitzone liegen, ist für die Berechnung der Bemessungsgrundlage folgende, für die Zeit ab 1.7.2006 bereits vereinfachte Formel anzuwenden:

(1,2840 x Summe AE – 227,20 €) x AE / Summe AE

 

Mehrfach beschäftigte Arbeitnehmer müssen auch die Arbeitsentgelte, die zur Beitragsberechnung in der Gleitzone führen, allen beteiligten Arbeitgebern mitteilen und gegebenenfalls entsprechende Unterlagen vorlegen. Bei Nichterfüllung der Auskunfts- und Vorlagepflicht droht dem Arbeitnehmer ein Bußgeld bis zu 5.000 € (§ 28o Abs. 1, § 111 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 4 SGB IV).

Hat ein Arbeitnehmer schwankende Bezüge und erhält monatlich unterschiedliche Arbeitsentgelte, die jedoch regelmäßig (d.h. im Jahresdurchschnitt) zwischen 400,01 € und 800,00 € im Monat liegen, erfolgt die Ermittlung der Bemessungsgrundlage nach folgenden Formeln: dazu siehe Tabelle 2.

Für die Anwendung der Gleitzonenregelung ist immer auf das monatliche Arbeitsentgelt abzustellen. Wird das Arbeitsentgelt für einen kürzeren Zeitraum als für einen Monat gezahlt (z.B. wegen Ablauf der Entgeltfortzahlung oder bei Beginn bzw. Ende der Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats), handelt es sich um einen Teillohnzahlungszeitraum. Es muss dann geprüft werden, ob auch das Arbeitsentgelt für den vollen Monat in der Gleitzone liegen würde. Liegt lediglich das Teilarbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone, findet die Gleitzonenregelung keine Anwendung.

Ergibt die Überprüfung, dass auch das volle Monatsentgelt in der Gleitzone liegen würde, ist die anteilige Bemessungsgundlage nach folgender Formel zu bestimmen:

(1,2840 x AE – 227,20 €) x Anz. Kalendert./30 Tage

 

Zu beachten ist, dass für "AE" immer das volle monatliche Arbeitsentgelt eingesetzt wird. Beispiel:

Das vereinbarte monatliche Arbeitsentgelt beträgt 540 €. Das Arbeitsverhältnis wird am 24.9.2006 beendet. Das anteilige Arbeitsentgelt beträgt nun 432 €. Für die anteilige Bemessungsgrundlage gilt:
(1,2840 x 540 € – 227,20 €) x 24 Tage : 30 Tage = 372,93 €

In den Entgeltmeldungen zur Sozialversicherung (Jahresmeldung, Unterbrechungsmeldung, Abmeldung) ist bei Nichtaufstockung des Rentenversicherungsbeitrages das geminderte beitragspflichtige Arbeitsentgelt anzugeben. Die Meldungen sind außerdem mit dem entsprechenden Kennzeichen für die Gleitzone zu versehen:

0 = nur Arbeitsentgelte außerhalb der Gleitzone bzw. Verzicht (des Arbeitnehmers) auf Anwendung der Gleitzone
1 = nur Arbeitsentgelte innerhalb der Gleitzone
2 = Arbeitsentgelte sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gleitzone

Tabelle 1: Beispiele für SV-Beiträge in der Gleitzone ab 1.7.2006 (KV = 13,30 %)

ArbeitsentgeltBemessungsgrundlage.SV-Beitrag gesamtSV-Beitrag AG-AnteilSV-Beitrag AN-AnteilSV-Beitrag AN-Anteil in % vom Arbeitsentgelt
400,01 € 286,41 € 120,01 € 82,00 € 38,01 € 9,50 %
500,00 € 414,80 € 173,80 € 102,50 € 71,30 € 14,26 %
600,00 € 543,20 € 227,60 € 123,00 € 104,60 € 19,26 %
700,00 € 671,60 € 281,40 € 143,50 € 137,90 € 19,70 %
800,00 € 800,00 € 335,20 € 164,00 € 171,20 € 21,40 %

 

Tabelle 2: Gleitzonenfälle mit schwankenden Bezügen

Arbeitsentgelt (AE)Bemessungsgrundlage allgemeinBemessungsgrundlage nach vereinfachter Formel (ab 1.7.2006)
bis 400,00 € F x AE 0,7160 x AE
zwischen 400,01 € und 800,00 € F x 400 + (2 – F) x (AE – 400) 1,2840 x AE – 227,20 €
mehr als 800,00 € AE AE

 

Stand: 14. Juni 2006

Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Faktor F in der Gleitzone ab 1.7.2006" zum Download als pdf-Datei.

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