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Lohn-Updates

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Lohn-Updates

Steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit im Steuer- und Sozialversicherungsrecht

Steuerrecht

Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtar-beit (SFN-Zuschläge) sind steuerfrei, wenn sie für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit neben dem Grundlohn gezahlt werden und folgende Zuschlagssätze des Grundlohns nicht übersteigen (§ 3b EStG):

Begünstigte Arbeitszeit in der Zeit von ... bis ... in der Zeit von ... bis ... Bemerkungen
Sonntagsarbeit 0 Uhr bis 24 Uhr 50 % Der begünstigte Zeitraum verlängert sich jeweils bis 4 Uhr des folgenden Tages, wenn die Arbeit vor 0 Uhr aufgenommen wurde.
Arbeit an gesetzlichen Feiertagen von 0 Uhr bis 24 Uhr am 31. Dezember ab 14 Uhr 125 %
am 24. Dezember ab 14 Uhr sowie am 25. und 26. Dezember und am 1. Mai 150 %
Nachtarbeit von 20 Uhr bis 6 Uhr 25 %
von 0 Uhr bis 4 Uhr 40 % Der erhöhte Zuschlagssatz von 40 % ist nur steuerfrei, wenn die Arbeit vor 0 Uhr aufgenommen wurde.

Voraussetzung für steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit ist, dass sie für tatsächlich geleistete Arbeit und neben dem vereinbarten Grundlohn gezahlt werden. Es ist deshalb unzulässig, einen steuerfreien Zuschlag rechnerisch aus dem arbeitsrechtlich geschuldeten Arbeitslohn zu ermitteln.

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Grundlohn ist

• der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer
• in der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit
• im jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht.

Er ist in einen Stundenlohn umzurechnen und seit dem 1.1.2004 mit höchstens 50 € anzusetzen.

Sozialversicherungsrecht

Steuerfreie SFN-Zuschläge waren bisher im Rahmen der Sozialversicherung nicht dem Arbeitsentgelt hinzuzurechnen und damit in allen Sozialversicherungszweigen beitragsfrei. Durch das Haushaltsbegleitgesetz 2006 vom 29.6.2006 (BGBl. I S. 1402) wurde diese einheitliche steuer- und beitragsrechtliche Beurteilung für SFN-Zuschläge aufgehoben. Ab 1.7.2006 sind steuerfreie SFN-Zuschläge dem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt hinzuzurechnen, soweit das Arbeitsentgelt, auf dem sie berechnet werden, mehr als 25 € pro Stunde beträgt (§ 1 ArEV).

Hinweis für die Praxis
Im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung sind Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit stets dem Arbeitsentgelt hinzuzurechnen, auch soweit sie lohnsteuerfrei sind. (§ 3 ArEV). Die steuer- und beitragsrechtlichen Grenzwerte für SFN-Zuschläge spielen also bei den Meldungen des Arbeitsentgelts zur gesetzlichen Unfallversicherung keine Rolle.

Im Steuerrecht gilt weiterhin ein maximaler Stundenlohn für steuerfreie Zuschläge von 50 €. Bei entsprechend hohen Grundlöhnen wird dadurch der Teil der lohnsteuerfreien SFN-Zuschläge, der auf einem den Stundenlohn von 25 € übersteigenden Betrag beruht, beitragspflichtig.

Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben in ihrem Rundschreiben vom 22.6.2006 die beitragsrechtliche Behandlung der SFN-Zuschläge erläutert. Danach sind auch im Rahmen der Sozialversicherung die steuerlichen Grundsätze des § 3b EStG i.V.m. R 30 LStR 2005 zu berücksichtigen.

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Der laufende Arbeitslohn eines Lohnabrechnungszeitraums ist in einen Stundengrundlohn umzurechnen. Den Lohnsteuer-Richtlinien entsprechend ist dabei der laufende Arbeitslohn für den Lohnabrechnungszeitraum durch die Stundenzahl der regelmäßigen Arbeitszeit zu dividieren.

Bei monatlich vereinbarten Vergütungen (Monatslohn, Gehalt) ist die regelmäßige individuelle Wochenarbeitszeit des Arbeitnehmers mit dem Faktor 4,35 zu multiplizieren.

Bei der Ermittlung des Grundlohns ist lohnsteuerfreier Arbeitslohn nicht zu berücksichtigen. Steuerfreie Beiträge, die entsprechend § 3 Nr. 63 EStG für eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds entrichtet wurden, sind jedoch in den Grundlohn einzubeziehen.

Die Höchstbeträge der steuerfreien SFN-Zuschläge und deren beitragsfreie Anteile ergeben sich dabei aus dem Grenzwert eines Stundengrundlohns von 50 € im Rahmen der Lohnsteuer bzw. von 25 € im Rahmen der SV-Beiträge und den in § 3b EStG festgelegten Prozentsätzen:

Zuschläge ab 1.1.2004 max. steuerfrei ab 1.7.2006 max. beitragsfrei
für Sonntagarbeit 50 % 25,00 €/Std. 12,50 €/Std.
für Feiertagsarbeit 125 % 62,50 €/Std. 31,25 €/Std.
für Feiertagsarbeit 150 % 75,00 €/Std. 37,50 €/Std.
für Nachtarbeit 25 % 12,50 €/Std. 6,25 €/Std.
für Nachtarbeit 40 % 20,00 €/Std. 10,00 €/Std.

 

Beispiel 1
Karsten Koch erhält ein laufendes monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 4.350,00 €. Er arbeitet regelmäßig 37 Stunden pro Woche. Im Oktober leistet er montags bis freitags in der Zeit von 20 bis 22 Uhr 20 Stunden Nachtarbeit und erhält hierfür zusätzlich einen Zuschlag in Höhe von 25 %.
● Ermittlung der regelmäßigen monatlichen Arbeitszeit
37 Std./Woche x 4,35 = 160,95 Std./Monat
● Ermittlung des Stundengrundlohns
4.350 €/Monat : 160,95 Std./Monat = 27,03 €/Std.
● Ermittlung des steuerfreien Zuschlags
27,03 €/Std. x 25 % x 20 Std. = 135,15 €
● Ermittlung des beitragsfreien Anteils des Zuschlags
20 Std. x 6,25 €/Std. (aus Tabelle 2) = 125,00 €
● Ermittlung des beitragspflichtigen Anteils
135,15 € – 125,00 € = 10,15 €.
● Ergebnis
Der beitragspflichtige Anteil des SFN-Zuschlags beträgt 10,15 €. In der Kranken- und Pflegeversicherung fallen dafür keine zusätzlichen Beiträge an, da das Arbeitsentgelt (4.350,00 €) bereits die monatliche Beitragsbemessungsgrenze (2006) in Höhe von 3.562,50 € übersteigt. Für die Renten- und Arbeitslosenversicherung sind die Beiträge aus (4.350,00 € + 10,15 € =) 4.360,15 € zu berechnen.

Bei Vollzeitbeschäftigten mit einem Stundengrundlohn von mehr als 25 € entfallen aufgrund der Beitragsbemessungsgrenzen (2006) in der Kranken- und Pflegeversicherung zusätzliche Beiträge. Beitragspflicht für steuerfreie SFN-Zuschläge tritt in diesen Fällen nur in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ein.

Besonderheiten bei der Berücksichtigung mehrerer steuerfreier Zuschläge

Wird an Sonntagen und Feiertagen Nachtarbeit geleistet, kann der steuerfreie Zuschlagssatz für Nachtarbeit und der steuerfreie Zuschlagssatz für Sonntags- oder Feiertagsarbeit zusammengerechnet werden. Dabei ist der steuerfreie Zuschlagssatz für Nachtarbeit mit dem steuerfreien Zuschlagssatz für Sonn- und Feiertagsarbeit auch dann zusammenzurechnen, wenn nur ein Zuschlag gezahlt wird. (R 30 LStR 2005)

Wenn für die einem Sonntag oder Feiertag folgende oder vorausgehende Nacht ein Zuschlag für Sonn- und Feiertagsarbeit gewährt wird, ist dieser als Zuschlag für Nachtarbeit zu behandeln. (R 30 LStR 2005)

Beispiel 2
Karsten Koch beginnt seine Arbeit am Sonntag, um 22 Uhr und beendet sie am Montag um 6 Uhr. Für die Zeit von 22 Uhr bis 4 Uhr erhält er einen Sonntagszuschlag (= Nachtarbeitszuschlag) von 50 %.
● Ermittlung des steuerfreien Zuschlags
Bei einem Stundengrundlohn von 27,03 € (siehe Beispiel 1) ergeben sich folgende steuerfreien Zuschläge:

in der Zeit von 22 bis 24 Uhr 27,03 €/Std. x 50 % x 2 Std. = 27,03 €

in der Zeit von 0 bis 4 Uhr 27,03 €/Std. x 50 % x 4 Std. = 54,06 €
● Ermittlung des maximal beitragsfreien Betrags für die Zuschläge (aus Tabelle 2)

in der Zeit von 22 bis 24 Uhr 25 % für Nachtarbeit + 50 % für Sonntagsarbeit 2 Std. x (6,25 € + 12,50 €) = 37,50 €

in der Zeit von 0 bis 4 Uhr 40 % für Nachtarbeit + 50 % für Sonntagsarbeit 4 Std. x (10,00 € + 12,50 €) = 90,00 €
● Ergebnis
Da sich die Berechnung des beitragsfreien Anteils an den steuerlichen Vorschriften orientiert, entsteht kein beitragspflichtiger Anteil, obwohl der individuelle Stundengrundlohn 27,03 € beträgt.

Die Beispiele zeigen, dass der infolge der Neuregelung entstandene Aufwand für die Abrechnungspraxis in keinem Verhältnis zu den Mehreinnahmen der Sozialversicherung steht.

Stand: 1. Oktober 2006

Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitim Steuer- und Sozialversicherungsrecht" zum Download als pdf-Datei.

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