Diese Webseite nutzt Cookies für grundlegende Funktionen und zur Optimierung der angebotenen Inhalte. Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich hiermit einverstanden. Weiterlesen …

Lohn-Updates

In unseren Lohn-Updates finden Sie wissenswerte Neuigkeiten rund um das Thema Lohnabrechnung. Unsere Lohn-Updates erscheinen monatlich. Melden Sie sich gleich an, wenn Sie die neueste Ausgabe per E-Mail zugeschickt haben möchten ...

Lohn-Updates

Beitragsfälligkeit zur Sozialversicherung im vereinfachten Verfahren

Lohnsteuerabzugsverfahren

Seit 1. Januar 2006 sind Sozialversicherungsbeiträge in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, in dem das Arbeitsentgelt erzielt wird. Ein verbleibender Restbetrag ist mit der nächsten Fälligkeit zu verrechnen (§ 23 Abs. 1 SGB IV). Dabei ist die voraussichtliche Höhe der Beitragsschuld zu so bemessen, dass der Restbetrag so gering wie möglich bleibt. Dazu sind nicht nur die aktuellen Beitragssätze, sondern auch sich ändernde Mitarbeiterzahlen und variable Entgeltbestandteile zu berücksichtigen.

Diese Regelung führt insbesondere bei Arbeitgebern, in deren Unternehmen häufig Mitarbeiter ein- oder austreten oder in der Regel variable Entgeltbestandteile gezahlt werden, zu Schwierigkeiten, da die voraussichtliche Beitragsschuld nicht als Abschlag oder aus einer Durchschnittsberechnung entrichtet werden darf. Es ist allerdings möglich, dass variable Entgeltbestandteile, die zeitversetzt gezahlt werden, zur Beitragsberechnung dem Arbeitsentgelt des nächsten oder übernächsten Entgeltabrechnungszeitraumes hinzugerechnet werden.

Um den Bearbeitungs- und Verwaltungsaufwand in den Unternehmen zu verringern, wurde mit dem Ersten Gesetz zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft vom 22.8.2006 (BGBl. I S. 1970) eine zusätzliche, vereinfachende Fälligkeitsregelung in § 23 Abs. 1 SGB IV aufgenommen, die bereits mit Wirkung vom 26.8.2006 in Kraft getreten ist.

 

Arbeitgeber können die voraussichtliche Beitragsschuld in Höhe der tatsächlichen Beiträge des Vormonats zahlen, wenn

• Änderungen der Beitragsabrechnung regelmäßig durch
• Mitarbeiterwechsel oder
• Zahlung variabler Entgeltbestandteile
dies erfordern.

Die voraussichtliche Beitragsschuld des laufenden Monats entspricht dann der tatsächlichen Beitragsschuld des Vormonats, soweit diese auf der Grundlage der laufenden Arbeitsentgelte ermittelt wurde. Auch hier ist ein verbleibender Restbetrag ist zum drittletzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig. Um diese vereinfachende Fälligkeitsregelung in Anspruch nehmen zu können, sind bestimmte Voraussetzungen bezüglich Regelmäßigkeit, Mitarbeiterwechsel und variabler Entgeltbestandteile zu erfüllen:

Regelmäßigkeit:

Von Regelmäßigkeit ist auszugehen, wenn in jeder der letzten zwei und in der aktuellen Entgeltabrechnung ein Mitabeiterwechsel oder variable Entgeltbestandteile zu berücksichtigen waren bzw. sind. Ist diese Voraussetzung erfüllt, wird auch in den nachfolgenden Monaten von Regelmäßigkeit ausgegangen. Regelmäßigkeit ist aber dann nicht mehr gegeben, wenn in jeder der letzten drei Entgeltabrechnungen vor der aktuellen Abrechnung kein Mitarbeiterwechsel bzw. keine variablen Entgeltbestandteile zu berücksichtigen waren. Vor erneuter Anwendung sind die Kriterien für Regelmäßigkeit abermals zu erfüllen.

Mitarbeiterwechsel:

Mindestens ein Beschäftigter wird zur Sozialversicherung an- oder abgemeldet. Der sozialversicherungsrechtliche Status bleibt unberücksichtigt. Dabei kann es sich sowohl um eine sozialversicherungspflichtige als auch um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung handeln. Werden im Unternehmen Leiharbeitnehmer tätig, liegt allerdings kein Mitarbeiterwechsel vor.

Variable Entgeltbestandteile:

Das sind Vergütungen für Mehrarbeit, Zuschläge und Zulagen, deren Höhe erst nach Abschluss der Entgeltabrechnung ermittelt werden kann. Zu den Zulagen gehören beispielsweise Leistungszulagen, Erschwerniszulagen oder persönliche Zulagen, die aufgrund eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder eines Arbeitsvertrags gezahlt werden. Wird die vereinfachende Fälligkeitsregelung in Anspruch genommen, so gilt sie gegenüber allen Einzugsstellen, und zwar unabhängig davon, ob für Versicherte der einzelnen Einzugsstellen variable Entgeltbestandteile gezahlt wurden oder ein Mitarbeitereintritt oder -austritt stattgefunden hat. Die vereinfachende Fälligkeitsregelung gilt auch für die Umlagen U1 und U2.

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die vereinfachende Fälligkeitsregelung anzuwenden. Es handelt sich um eine Alternativregelung. Der Wechsel zwischen den Verfahrensweisen zur Fälligkeit ist nachweisbar zu dokumentieren.Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die vereinfachende Fälligkeitsregelung anzuwenden. Es handelt sich um eine Alternativregelung.

Der Wechsel zwischen den Verfahrensweisen zur Fälligkeit ist nachweisbar zu dokumentieren.

Tabelle 1 zeigt ein Zahlenbeispiel zur herkömmlichen Ermittlung des Beitragssolls. Der veränderte Berechnungsablauf bei Anwendung der Vereinfachungsregelung zur Fälligkeit wird durch das Zahlenbeispiel in Tabelle 2 gezeigt.
Die Vereinfachungsregelung findet auf einmalig gezahltes Arbeitsentgelt keine Anwendung. Die Beiträge aus einmalig gezahltem Arbeitsentgelt sind weiterhin in dem Monat zu berücksichtigen, in dem das einmalig gezahlte Arbeitsentgelt mit hinreichender Sicherheit ausgezahlt werden soll. Die Beitragsschuld für einmalig gezahlte Arbeitsentgelte ist also dem Beitragssoll aus der tatsächlichen Abrechnung des Vormonats hinzuzurechnen. Im nachfolgenden Monat ist diese geänderte Abrechnung zu berücksichtigen.

Tabelle 3 zeigt den dazugehörigen Berechnungsablauf. Hier wird deutlich, dass bei Einmalzahlungen für die vereinfachte Fälligkeitsregelung ein erheblich größerer Arbeitsaufwand zur Ermittlung des Beitragssolls erforderlich wird.

 

Tabelle 1

Zahlenbeispiel zur Ermittlung des Beitragssolls (ohne Vereinfachungsregelung)

BerechnungenOktoberNovemberDezember
Z. 1 Differenz aus Vormonat 120,00 € 200,00 € – 40,00 €
Z. 2 voraussichtliche Beitragsschuld für lfd. Monat 6.400,00 € 6.340,00 € 6.500,00 €
Z. 3 (1 + 2) Beitragssoll 6.520,00 € 6.540,00 € 6.460,00 €
Z. 5 (4 – 2) Differenz (für Folgemonat) 200,00 € – 40,00 € 50,00 €

 

Werden Sonderzahlungen (z.B. im November) gewährt, ändert sich der Berechnungsablauf nicht.

 

Tabelle 2

Zahlenbeispiel zur Ermittlung des Beitragssolls (Vereinfachungsregelung), nur gültig für laufende Arbeitsentgelte

BerechnungenOktoberNovemberDezember
Z. 1 Differenz aus Vormonat 120,00 € 250,00 € – 300,00 €
Z. 2 tatsächliche Beitragsschuld aus Vormonat 6.350,00 € 6.600,00 € 6.300,00 €
Z. 3 (1 + 2) Beitragssoll 6.470,00 € 6.850,00 € 6.000,00 €
Z. 5 (4 – 2) Differenz (für Folgemonat) 250,00 € – 300,00 € 250,00 €

Tabelle 3

Zahlenbeispiel zur Ermittlung des Beitragssolls (Vereinfachungsregelung), nur gültig für laufende Arbeitsentgelte

BerechnungenOktoberNovemberDezember
Z. 1 Differenz aus Vormonat 120,00 € 250,00 € – 500,00 €
Z. 2 tatsächliche Beitragsschuld aus Vormonat für lfd. AE 6.350,00 € 6.600,00 € 6.300,00 €
Z. 2a voraussichtliche Beitragsschuld für Einmalzahlungen 2.000,00 €
Z. 2b(2 + 2a) Beitragsschuld für lfd. Monat 6.350,00 € 8.600,00 € 6.300,00 €
Z. 3(1 + 2b) Beitragssoll 6.470,00 € 8.850,00 € 5.800,00 €
Z. 4 tatsächliche Beitragsschuld nach Lohnabrechnung für lfd. AE 6.600,00 € 6.300,00 € 6.550,00 €
Z. 4a tatsächliche Beitragsschuld nach Lohnabrechnung für Einmalzahlungen 1.800,00 €
Z. 4b(4 + 4a) tatsächliche Beitragsschuld nach Lohnabrechnung 6.600,00 € 8.100,00 € 6.550,00 €
Z. 5(4b – 2b) Differenz (für Folgemonat) 250,00 € – 500,00 € 250,00 €

Stand: 27. November 2006

Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Beitragsfälligkeit zur Sozialversicherung im vereinfachten Verfahren" zum Download als pdf-Datei.

______________________________________________________________________________

Folgende Themen könnten Sie auch interessieren:

______________________________________________________________________________

Zurück

Unser Tipp für eine Sorge weniger:

Lohn- und Gehaltsabrechnung durch Paychex

  • ✔ bereits ab 1 Mitarbeiter
  • ✔ persönlicher Ansprechpartner
  • ✔ zuverlässiger und schneller Service

 

Jetzt mehr erfahren »

Kundenbewertungen bei eKomi:


"zuverlässig, kompetent und pünktlich"
"Schnelle und zuverlässige Lohn- und Gehaltsabrchnung, auch für kleine Unternehmen sehr zu empfehlen."
"Daumen hoch :o)"


Weitere Bewertungen ansehen »

Paychex Newsletter Anmeldung