Diese Webseite nutzt Cookies für grundlegende Funktionen und zur Optimierung der angebotenen Inhalte. Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich hiermit einverstanden. Weiterlesen …

Lohn-Updates

In unseren Lohn-Updates finden Sie wissenswerte Neuigkeiten rund um das Thema Lohnabrechnung. Unsere Lohn-Updates erscheinen monatlich. Melden Sie sich gleich an, wenn Sie die neueste Ausgabe per E-Mail zugeschickt haben möchten ...

Lohn-Updates

Arbeitnehmer im Studium

Beurlaubung von Arbeitnehmern zur Aufnahme eines Studiums

Werden versicherungspflichtige Arbeitnehmer für die Dauer eines Studiums unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt beurlaubt, besteht weiterhin Steuer- und Sozialversicherungspflicht. Der studierende Arbeitnehmer hat also eine Lohnsteuerkarte vorzulegen und es sind Lohnsteuerbeträge sowie Sozialversicherungsbeiträge zu ermitteln und ab-zuführen. Es können aber auch die Regelungen für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung angewendet werden, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 400,00 € nicht überschreitet.

Gewährung von Studienbeihilfen

Immer häufiger nehmen Arbeitnehmer ein Studium zur beruflichen Fortbildung auf, um den in ihrer beruflichen Tätigkeit wachsenden Arbeitsanforderungen gerecht werden zu können. Viele Arbeitgeber unterstützen dieses Engagement ihrer studierenden Arbeitnehmer und gewähren Studienbeihilfen.

Zahlen Arbeitgeber für das Studium eines Arbeitnehmers monatliche Studienbeihilfen, handelt es sich weiterhin um ein Beschäftigungsverhältnis, wenn durch den Betrieb beispielsweise auch folgende Förderbedingungen festgelegt werden:

• die Fachrichtung des geförderten Studiums,
• die Ableistung von fachpraktischen Hospitationen im Betrieb,
• die Anfertigung der Diplomarbeiten nach Möglichkeit in Absprache mit dem Betrieb,
• die Verpflichtung, für eine bestimmte Zeit nach Abschluss des Studiums im Betrieb tätig zu sein,
• die Erbringung des Nachweises über die erfolgreiche Absolvierung des Studiums sowie
• die Rückzahlung der Studienbeihilfe in voller Höhe, wenn die vertraglichen Vereinbarungen nicht eingehalten werden.

Studienbeihilfen sind steuer- und sozialversicherungspflichtig. Es handelt sich auch dann um ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, wenn es nach einer vertraglichen Vereinbarung formal beendet wurde, da es sich hierbei im Prinzip nur um eine Beurlaubung für die Studiendauer handelt. Hauptsächlich spricht auch eine Wiedereinstellungszusage durch den Betrieb sowohl für den Fall des erfolgreichen Studienabschlusses als auch für den Fall des Studienabbruchs oder bei Nichtbestehen von Prüfungen für ein fortbestehendes Beschäftigungsverhältnis. Auch die vereinbarte Möglichkeit, während der Semesterferien im Betrieb zu arbeiten sowie die Verpflichtung des Arbeitnehmers zu einer mehrjährigen Tätigkeit im Betrieb nach Studienabschluss lassen ein fortbestehendes Beschäftigungsverhältnis erkennen. Diese studierenden Arbeitnehmer sind deshalb auch während des geförderten Studiums sozialversicherungspflichtig.

Studienaufnahme während einer Beschäftigung

Von der Beurlaubung zur Aufnahme eines Studiums bzw. der Förderung durch Gewährung von Studienbeihilfen ist aber die einfache Studienaufnahme während einer Beschäftigung zu unterscheiden. Arbeitnehmer, die ein Studium aufnehmen, sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn das Arbeitsverhältnis vom Umfang her den Erfordernissen des Studiums angepasst wird. Wird nach der Einschreibung als Student das bisherige Beschäftigungsverhältnis fortgesetzt, besteht nur dann wegen der Beschäftigung Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. In der Rentenversicherung können Studenten jedoch nur im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung versicherungsfrei sein.

Übernahme von Studiengebühren

In einigen Bundesländern werden Studiengebühren erhoben, die zumeist zwischen 375 € und 500 € je Semester, manchmal sogar bis zu 900 € je Semester betragen können. Auch hierbei sind die Arbeitgeber oft bereit, ein Studium zur Weiterbildung durch eine arbeitsvertragliche Verpflichtung zur Übernahme der Studiengebühren zu fördern. Mit dem studierenden Arbeitnehmer kann dabei von vornherein eine Rückzahlung vereinbart werden, falls dieser das Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach dem Studienabschluss verlässt.

Im Steuerrecht werden nach einer bundeseinheitlichen Entscheidung der obersten Finanzbehörden der Länder die vom studierenden Arbeitnehmer geschuldeten und vom Arbeitgeber übernommenen Studiengebühren bei ganz überwiegendem eigenbetrieblichem Interesse nicht als Arbeitslohn gewertet und sind somit steuerfrei (OFD Karlsruhe, Verfügung vom 10.10.2007, Az. S 222.7/147 – St 146).

Praxishinweis:
Voraussetzung für die Steuerfreiheit der übernommenen Studiengebühren ist, dass sich der Arbeitgeber arbeitsvertraglich zur deren Übernahme verpflichtet. Das ganz überwiegende betriebliche Interesse muss durch eine Rückzahlungsverpflichtung des Studierenden dokumentiert sein, wenn dieser das Unternehmen auf eigenen Wunsch innerhalb von beispielsweise zwei Jahren nach Studienabschluss verlässt.

Abgabepflichtige Verwerter

Abgabepflichtig nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz sind Unternehmen, Städte, Landkreise, Gemeinden, Verbände und Vereine, die nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler und Publizisten erteilen, um beispielsweise Konzerte, Theateraufführungen und Vorträge zu veranstalten oder um für ihr eigenes Unternehmen Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und dafür regelmäßig wiederkehrend Geschäftsberichte, Kataloge, Prospekte, Zeitschriften, Broschüren, Zeitungsartikel erstellen und Produkte gestalten lassen. Regelmäßig wiederkehrende Aufträge liegen vor, wenn sie in bestimmten Intervallen, zu bestimmten Zeitpunkten oder zu bestimmten Anlässen mindestens einmal jährlich erteilt werden (§ 24 Abs. 1 Satz 2 KSVG).

Typische Verwerter von Kunst und Publizistik wie z.B. Verlage, Theater oder Werbeagenturen entrichten bereits weitgehend die seit 1983 in diesem Umfang bestehende Künstlersozialabgabe.

Mit dem Gesetz zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes (KSVG) und anderer Gesetze vom 12.6.2007 (BGBl. I S. 1034) wurde den Rentenversicherungsträgern die Prüfung der Unternehmen hinsichtlich der fällig werdenden Künstlersozialabgaben übertragen. Dadurch wurde aber keine neue Abgabe eingeführt, sondern die Abgabepflicht kann nun konsequenter als bisher kontrolliert werden.

Im Rahmen der Künstlersozialabgabeverordnung legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bis zum 30.9. eines jeden Jahres den Prozentsatz für das nachfolgende Kalenderjahr fest.

 

Bei dieser steuerlichen Verfahrensweise wird berücksichtigt, dass andernfalls der studierende Arbeitnehmer die Studiengebühren als Werbungskosten geltend machen kann.

 

Praxishinweis:
Im Sinne der Sozialversicherung stellt dagegen die Übernahme von Studiengebühren durch den Arbeitgeber für den studierenden Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil dar und ist deshalb als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt berücksichtigen.

Insbesondere gilt das auch bei der Übernahme der Studiengebühren für duale Studiengänge an staatlich anerkannten Hochschulen.

Begründet wird diese Auffassung der Sozialversicherung auch damit, dass steuerlich geltend gemachte Werbungskosten in der Sozialversicherung nicht zu einer Minderung des Arbeitsentgelts führen (Besprechungsergebnis der Spitzenverbände der Sozialversicherung vom 7./8.5.2008).

Anrechnung von Hinzuverdiensten auf BAföG-Leistungen

Bisher wurden BAföG-Leistungen gekürzt, wenn Studenten einen 400-Euro-Job ausgeübt haben. Durch Erhöhung der BAföG-Freibeträge ab 1.8.2008 ist nun ein Hinzuverdienst von monatlich 400,00 € möglich, ohne dass dieser Verdienst auf die BAföG-Förderung angerechnet wird.

SV-rechtliche Beurteilung von studierenden Arbeitnehmern

Art des BeschäftigungsverhältnissesUnbefristete Beschäftigung von Studenten1) als ArbeitnehmerBeurlaubung von Arbeitnehmern für die Dauer des Studiums
Vereinbarungen zur Arbeitszeit bzw. zur Fortzahlung des Arbeitsentgelts wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden
● Fortzahlung des Arbeitsentgelts

● Gewährung von Studienbeihilfen durch den Arbeitgeber

● Übernahme von Studiengebühren durch den Arbeitgeber
überwiegend an Arbeitstagen und in Normalarbeitszeit vorwiegend an den Wochenenden und in den Abend- und Nachtstunden
SV-rechtliche Beurteilung des Beschäftigungsverhältnisses SV-pflichtiges Beschäftigungsverhältnis
● monatliches Arbeitsentgelt bis 400,00 €
KV-, PV-, RV- und AV-freies Beschäftigungsverhältnis

aber:

30% AG-Pauschalabgabe (13% KV, 15% RV, 2% PLSt)

● monatliches Arbeitsentgelt mehr als 400,00 €
KV-, PV- und AV-freies Beschäftigungsverhältnis
(keine AG-Pauschalabgabe)

RV-Pflicht wie Arbeitnehmer
SV-freies Beschäftigungsverhältnis bis zu einem fortgezahlten monatlichen Arbeitsentgelt von 400,00 €

aber:

30% AG-Pauschalabgabe (13% KV, 15% RV, 2% PLSt)

SV-pflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei einem höheren fortgezahlten Arbeitsentgelt
1) Studenten, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sind.

Stand: 25. September 2008

Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Arbeitnehmer im Studium" zum Download als pdf-Datei.

______________________________________________________________________________

Folgende Themen könnten Sie auch interessieren:

______________________________________________________________________________

Zurück

Unser Tipp für eine Sorge weniger:

Lohn- und Gehaltsabrechnung durch Paychex

  • ✔ bereits ab 1 Mitarbeiter
  • ✔ persönlicher Ansprechpartner
  • ✔ zuverlässiger und schneller Service

 

Jetzt mehr erfahren »

Kundenbewertungen bei eKomi:


"zuverlässig, kompetent und pünktlich"
"Schnelle und zuverlässige Lohn- und Gehaltsabrchnung, auch für kleine Unternehmen sehr zu empfehlen."
"Daumen hoch :o)"


Weitere Bewertungen ansehen »

Paychex Newsletter Anmeldung