Diese Webseite nutzt Cookies für grundlegende Funktionen und zur Optimierung der angebotenen Inhalte. Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich hiermit einverstanden. Weiterlesen …

Lohn-Updates

In unseren Lohn-Updates finden Sie wissenswerte Neuigkeiten rund um das Thema Lohnabrechnung. Unsere Lohn-Updates erscheinen monatlich. Melden Sie sich gleich an, wenn Sie die neueste Ausgabe per E-Mail zugeschickt haben möchten ...

Lohn-Updates

Vermögenswirksame Leistungen

Das Gesetz zur steuerlichen Förderung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung vom 7.3.2009 (BGBl. I S. 451) ist am 1.4.2009 in Kraft getreten. Mit diesem Artikelgesetz wurde auch das Fünfte Vermögensbildungsgesetz geändert.

Das Vermögensbildungsgesetz gilt für unbeschränkt und beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer im arbeitsrechtlichen Sinne , das sind Angestellte, Arbeiter und Auszubildende, deren Arbeitsverhältnis oder Ausbildungsverhältnis deutschem Arbeitsrecht unterliegt. Das Gesetz gilt aber auch für in Heimarbeit Beschäftigte sowie für Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit.

Die vermögenswirksame Anlage aus Teilen des Arbeitslohns kann sowohl aus laufenden Bezügen oder als auch aus einmaligen Zuwendungen, die dem Arbeitnehmer noch nicht zugeflossen sind, erfolgen. Es ist möglich, jährliche Leistungen als Einmalzahlung oder monatliche Leistungen in gleichbleibenden Raten zu erbringen.

Werden vom Arbeitgeber keine zusätzlichen Leistungen zur Vermögensbildung erbracht, kann der Arbeitnehmer einen schriftlichen Antrag an seinen Arbeitgeber stellen, dass Teile des ihm ohnehin zustehenden Arbeitslohns vermögenswirksam anzulegen sind. (§ 11 5. VermBG).

Dabei kann auch pauschal besteuerter oder steuerfreier Arbeitslohn vermögenswirksam angelegt werden. Dazu gehören beispielsweise

• Teile des pauschal besteuerten Arbeitslohns von kurzfristig und geringfügig entlohnten Beschäftigten,

• Teile der pauschal besteuerten sonstigen Bezüge (§ 40 Abs. 1 EStG),

• Teile des steuerfreien Zuschusses zum Mutterschaftsgeld.

Der Anspruch des Arbeitnehmers auf zusätzliche Arbeitgeberleistungen (VWL-Arbeitgeberanteil) entsteht durch Vereinbarungen im Tarifvertrag, in der Betriebsvereinbarung oder in einem Einzelvertrag mit dem Arbeitnehmer (§ 10 5. VermBG). In einigen Tarifverträgen wird die Zahlung zusätzlicher vermögenswirksamer Leistungen von der Bereitschaft des Arbeitnehmers, als Eigenleistung Teile seines Arbeitslohns vermögenswirksam anzulegen, abhängig gemacht.

Der Sparbetrag ist der Betrag, den der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer vermögenswirksam anlegt. Er muss mindestens so hoch sein wie der VWL-Arbeitgeberanteil.

Die Förderung der vermögenswirksamen Leistungen durch Arbeitnehmer-Sparzulagen ist seit 1994 auf Anlagen in Beteiligungen und auf Verträge nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz bzw. auf die Verwendung zum Wohnungsbau beschränkt.

Jeder Arbeitnehmer kann selbst entscheiden, in welcher der vom Gesetz genannten Formen er seine vermögenswirksamen Leistungen anlegen will. Diese Wahlfreiheit ist Voraussetzung für die Gewährung einer Sparzulage. Seit 1999 dürfen jedoch die Tarifparteien die Anlagewahl der Arbeitnehmer auf die geförderten Anlageformen (Beteiligungen und Bausparen) begrenzen. Anlageformen, für die es keine Sparzulage gibt, das sind Kontenspar- und Kapitalversicherungsverträge, können damit tarifvertraglich ausgeschlossen werden.

Bei der Abrechnung haben vermögenswirksame Leistungen sowohl auf die Höhe des Bruttoverdienstes als auch auf die Höhe der Abzugsbeträge Einfluss. Zusätzliche vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers sind Bestandteil des Bruttoverdienstes. Sie sind lohnsteuer- und sv-pflichtig.

Der Sparbetrag zur vermögenswirksamen Leistungen wird vom Arbeitgeber vom Nettoverdienst einbehalten. Je nach Anlageform wird der Betrag entweder direkt an den Vertragspartner des Arbeitnehmers überwiesen oder mit dem Kaufpreis von Vermögensbeteiligungen des Arbeitnehmers verrechnet. Auf den Überweisungen sind die Beträge als vermögenswirksame Leistungen zu kennzeichnen und die Vertragsnummer des Arbeitnehmers anzugeben. Eine Barauszahlung der Sparbeträge direkt an den Arbeitnehmer ist nicht zulässig.

Vermögenswirksame Leistungen sind nicht pfändbar.

Besondere Aufzeichnungs- und Bescheinigungspflichten des Arbeitgebers über die Anlage vermögenswirksamer Leistungen sind nicht erforderlich. Sie sind seit 1994 entfallen.

Bei der Förderung wird zwischen der Anlage in Beteiligungen und der Anlage in andere geförderte Anlageformen unterschieden.

Der geförderte Höchstbetrag von 470 € kann allein für das Bausparen und in Anlagen für den Wohnungsbau ausgeschöpft werden. Der Zulagesatz beträgt 9 %. Hiernach können vermögenswirksame Leistungen angelegt werden

• nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz und

• für den Bau, den Erwerb, den Ausbau, die Erweiterung oder die Entschuldung eines Wohngebäudes usw.

Diese Arbeitnehmer-Sparzulage für geförderte vermögenswirksame Leistungen nach dem Wohnungsbauprämiengesetz bzw. für das Bausparen wird nur gewährt, wenn das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr der Anlage (2009) für Alleinstehende 17.900 € bzw. für Verheiratete 35.800 € nicht übersteigt.

Für vermögenswirksame Leistungen, die in Beteiligungen angelegt werden, gilt ein zusätzlicher Förderbetrag in Höhe von 400 €. Der Zulagesatz beträgt für vermögenswirksame Leistungen, die nach dem 31.12.2008 in Beteiligungen angelegt werden, 20 % (bis 2008: 18 %). Dazu zählen Vermögensbeteiligungen durch

• Sparverträge über Wertpapiere oder andere Vermögensbeteiligungen

• Wertpapier-Kaufverträge,

• Beteiligungs-Verträge und

• Beteiligungs-Kaufverträge.

Die Arbeitnehmer-Sparzulage für geförderte vermögenswirksame Leistungen in Beteiligungen wird nur gewährt, wenn das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr der Anlage (2009) für Alleinstehende 20.000 € bzw. für Verheiratete 40.000 € nicht übersteigt.

Für die Anwendung der Einkommensgrenze von 35.800 €/40.000 € für Verheiratete ist allein maßgeblich, ob tatsächlich eine Zusammenveranlagung durchgeführt wird. Haben Ehegatten die getrennte Veranlagung oder für das Kalenderjahr der Eheschließung die besondere Veranlagung gewählt, wird für jeden Ehegatten gesondert geprüft, ob das von ihm zu versteuernde Einkommen die Einkommensgrenze von 17.900 €/20.000 € überschreitet.

Die Einkommensgrenzen gelten nicht für beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer, die nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden, da bei diesem Personenkreis ein zu versteuerndes Einkommen nicht festgestellt wird; diesen Arbeitnehmern steht deshalb die Arbeitnehmer-Sparzulage ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Einkommens zu.

Insgesamt sind damit vermögenswirksame Leistungen bis 870 € im Kalenderjahr zulagebegünstigt.

 

AnlageformZulagebegünstigtArbeitnehmer-Sparzulage/
Anlagen nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz (9 %) 470 € 42,30 €
Vermögensbeteiligungen (20 %) 400 € 80,00 €
Summe 870 € 112,30 €

(siehe auch: ABC des Lohnbüros 2009, Haufe-Verlag)

 

Der Arbeitnehmer kann die höchstmögliche Arbeitnehmer-Sparzulage nur erhalten, wenn vermögenswirksame Leistungen sowohl in Bausparen bzw. in Anlagen für den Wohnungsbau als auch in Vermögensbeteiligungen angelegt werden. Dies bedingt zwei Anlageverträge. Deshalb kann der Arbeitnehmer verlangen, dass die für ihn zu erbringenden vermögenswirksamen Leistungen auf verschiedene Anlageformen verteilt werden. Da nur vermögenswirksame Anlagen durch den Arbeitgeber mit der Zulage gefördert werden, muss der Arbeitgeber also gegebenenfalls zwei Verträge bedienen.

Gewährt der Arbeitgeber keine zusätzlichen vermögenswirksamen Leistungen oder weniger als die geförderten Höchstbeträge, kann der Arbeitnehmer einen Teil seines Arbeitslohns durch den Arbeitgeber vermögenswirksam anlegen lassen.

Die Sparzulage wird auf Antrag des Arbeitnehmers jährlich vom Finanzamt im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer festgesetzt. Grundlage für die Festsetzung ist eine vom jeweiligen Kreditinstitut bzw. Unternehmen ausgestellte Bescheinigung über die angelegten zulagebegünstigten vermögenswirksamen Leistungen. Bescheinigt wird der jeweilige Jahresbetrag, die Art der Anlage, das Kalenderjahr, dem diese vermögenswirksame Leistung zuzuordnen ist, und das Ende der für den Vertrag geltenden Sperrfrist.

In diesem Zusammenhang besteht auch für Arbeitgeber, bei denen die vermögenswirksamen Leistungen aufgrund von Wertpapier-Kaufverträgen, BeteiligungsVerträgen und Beteiligungs-Kaufverträgen angelegt sind, eine besondere Bescheinigungspflicht.

Die Sparzulage wird vom Finanzamt ausgezahlt, wenn die für die Anlage geltende Sperrfrist abgelaufen ist.
Vermögenswirksame Leistungen liegen auch vor, wenn kein Anspruch auf Arbeitnehmer-Sparzulage besteht, weil z. B.

• Leistungen für einen nicht zulagegeförderten Kontensparvertrag oder einen nicht zulagegeförderten Kapitalversicherungsvertrag angelegt werden,

• die zulagebegünstigten Höchstbeträge von 400 € bzw. 470 € überschritten werden oder

• die Einkommensgrenzen von 17.900 €/20.000 € für Alleinstehende bzw. 35.800 €/40.000 € für Verheiratete überschritten werden.

 

Stand: 27. Mai 2009

Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Vermögenswirksame Leistungen" zum Download als pdf-Datei.

______________________________________________________________________________

Folgende Themen könnten Sie auch interessieren:

______________________________________________________________________________

Zurück

Unser Tipp für eine Sorge weniger:

Lohn- und Gehaltsabrechnung durch Paychex

  • ✔ bereits ab 1 Mitarbeiter
  • ✔ persönlicher Ansprechpartner
  • ✔ zuverlässiger und schneller Service

 

Jetzt mehr erfahren »

Kundenbewertungen bei eKomi:


"zuverlässig, kompetent und pünktlich"
"Schnelle und zuverlässige Lohn- und Gehaltsabrchnung, auch für kleine Unternehmen sehr zu empfehlen."
"Daumen hoch :o)"


Weitere Bewertungen ansehen »

Paychex Newsletter Anmeldung