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Lohn-Updates

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Lohn-Updates

Vorsorgepauschale und Anwendung der allgemeinen Lohnsteuertabelle

Die im Lohnsteuerabzugsverfahren ab 2010 zu berücksichtigende Vorsorgepauschale setzt sich aus Teilbeträgen für die Rentenversicherung, die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung zusammen.

Teilbetrag für die Rentenversicherung

Seit 2005 werden nach dem Alterseinkünftegesetz die Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung schrittweise steuerfrei gestellt. Steuerfrei sind (2010) 40% des Arbeitnehmeran-teils, also (40% x 9,95% =) 3,98 % des sozialversicherungspflichtigen Entgelts. Dieser Betrag wird als Teilbetrag der Rentenversicherung zur Vorsorgepauschale angesetzt und ist in der allgemeinen Lohnsteuertabelle berücksichtigt. Die Lohnsteuer darf aber nur nach dieser Tabelle bestimmt werden, wenn der Arbeitnehmer in der gesetzlichen Rentenversicherung oder in einer gleichgestellten berufsständischen Versorgungseinrichtung pflichtversichert ist. Andernfalls ist die besondere Lohnsteuertabelle anzuwenden.

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Teilbetrag für die gesetzliche Krankenversicherung

Von den Krankenversicherungsbeiträgen sind Beitragsanteile, die auf das Krankengeld entfallen, nicht als Sonderausgaben steuermindernd abziehbar. Deshalb wird der Teilbetrag für die sogenannte Basiskrankenversicherung nach dem Beitragssatz für Arbeitnehmer, die kein Anspruch auf Krankengeld haben, bestimmt. Von diesem ermäßigten Beitragssatz (2010: 14,3%) entfallen 7,6% auf den Arbeitnehmeranteil, der in der Vorsorgepauschale als Teilbetrag für die gesetzliche Krankenversicherung verwendet wird.

Teilbetrag für die soziale Pflegeversicherung

Für die soziale Pflegeversicherung wird der tatsächliche Beitrag des Arbeitnehmers als Teilbetrag zur Vorsorgepauschale berücksichtigt. Bei maschineller Bestimmung der Lohnsteuer werden auch der Beitragszuschlag für Kinderlose und die länderspezifische Besonderheit für Sachsen einbezogen. Aus Vereinfachungsgründen ist bei der Erstellung der Lohnsteuertabellen kein Beitragszuschlag für Kinderlose berücksichtigt worden.

Hat der Arbeitnehmer ein geringes Einkommen oder zahlt er keine Arbeitnehmerbeitrage zur Kranken- oder Pflegeversicherung, wird eine Mindestvorsorgepauschale angesetzt. Die Mindestvorsorgepauschale beträgt 12% des Arbeitslohns, in Lohnsteuerklasse I, II, IV, V und VI jährlich höchstens 1.900 € (monatlich 158,33 €) bzw. in Lohnsteuerklasse III jährlich höchstens 3.000 € (monatlich 250,00 €)

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Anwendung der Lohnsteuertabelle für privat Kranken- und Pflegeversicherte

Der Teilbetrag für die gesetzliche Krankenversicherung darf nur für tatsächlich in der gesetzlichen Krankenversicherung Pflichtversicherte oder freiwillig Versicherte berücksichtigt werden.

Für privat Krankenversicherte ist der Teilbetrag für die private Basiskranken- und Pflegeversicherung gesondert zu berechnen. Dazu muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber die Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung nachzuweisen. Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass es sich bei den Versicherungsleistungen um Leistungen im Sinne des SGB V handelt. Dabei ist auch der Beitrag für die Basiskrankenversicherung auszuweisen. Beitragsanteile zur Finanzierung von Krankengeld und Zusatzleistungen dürfen in diesem Basisversicherungsbeitrag nicht enthalten sein, da sie nicht als Vorsorgeaufwendungen berücksichtigungsfähig sind. Der Arbeitgeber hat diese Bescheinigung als Unterlage zum Lohnkonto aufzubewahren.

Hinweis:
  • Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, seine privaten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge dem Arbeitgeber mitzuteilen.
  • Der Arbeitgeber kann auf die Möglichkeit hinweisen, dass die privaten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in der Entgeltabrechnung berücksichtigt werden können. Er ist aber nicht zu diesem Hinweis verpflichtet und darf auch nicht die Vorlage einer Bescheinigung verlangen.

Legt der privat Krankenversicherte keine Bescheinigung über seine Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung vor, ist beim Lohnsteuerabzugsverfahren die Mindestvorsorgepauschale anzusetzen.

Achtung:
In Lohnsteuerklasse VI wird bei Arbeitnehmern, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, immer die Mindestvorsorgepauschale angesetzt!

Die Mindestvorsorgepauschale ist also immer dann anzusetzen, wenn

  • der Arbeitnehmer keinen eigenen Anteil zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten hat oder
  • die Summe der Teilbeträge zur gesetzlichen Basiskranken- und Pflegeversicherung niedriger ist als die Mindestvorsorgepauschale oder
  • die Summe der nachgewiesenen Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung niedriger ist als die Mindestvorsorgepauschale.

Im folgenden Beispiel wird gezeigt, wie die Lohnsteuer nach der allgemeinen Lohnsteuertabelle und einer dazu erforderlichen Nebenrechnung zu bestimmen ist, wenn der privat versicherte Arbeitnehmer seine Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung nachweist (vergleiche auch BMF-Schreiben vom 12.10.2009, BStBl. I S. 1216).

Beispiel:
Paul Pietsch ist in Hamburg beschäftigt. Er ist ledig (Steuerklasse I) und kinderlos und verdient monat-lich 5.200 €. Paul Pietsch ist privat krankenversichert und legt dem Arbeitgeber eine Bescheinigung des Krankenversicherungsunternehmens vor. Danach beträgt der Krankenversicherungsbeitrag im Jahr 2010 monatlich 480 €. Dieser Beitrag enthält 60 € für Zusatzleistungen der Krankenversicherung, die nicht als Sonderausgaben abzugsfähig sind. Der Beitrag zur Pflegeversicherung wird mit 90 € bescheinigt.

Paul Pietsch hat in hälftiger Höhe der zu entrichtenden Beiträge Anspruch auf steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse, jedoch höchstens (2010) 262,50 € für die Krankenversicherung und 36,56 € für die Pflegeversicherung. Paul Pietsch erhält also von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss in Höhe von 240 € zur Krankenversicherung und in Höhe von 36,56 € zur Pflegeversicherung.

Bei einem monatlichen Bruttolohn von 5.200 € beträgt die Lohnsteuer in Steuerklasse I nach der allgemeinen Lohnsteuertabelle (für in der gesetzlichen Rentenversicherte) 1.248,25 €. Dabei sind aber Beiträge für die Basiskranken- und Pflegeversicherung eines in der gesetzlichen Krankenkasse versicherten Arbeitnehmers berücksichtigt worden.

Um nach dieser Lohnsteuertabelle die Lohnsteuer für den privat versicherten Paul Pietsch bestimmen zu können, muss für die Ermittlung der Lohnsteuer eine Nebenrechnung durchgeführt werden.

Der Teilbetrag für die private KV/PV berechnet sich wie folgt:

Beitrag zur PKV            480,00 €
./. Beitragsanteil für
Zusatzleistungen ./.           60,00 €
verbleiben              420,00 €
Beitrag zur PV             90,00 €
                  —————
Summe monatlich (Beitrag)       510,00 €

Davon sind die Arbeitgeberzuschüsse zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung abzusetzen.

Aus Vereinfachungsgründen ist für den Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung immer der Arbeitgeberanteil zur Basiskrankenversicherung eines freiwillig Versicherten anzusetzen, wenn der Arbeitgeber zur Zahlung dieses Zuschusses verpflichtet ist. Bei dem abzusetzenden Betrag handelt sich also um einen typisierten Arbeitgeberzuschuss. Maßgebend hierfür ist der ermäßigte Beitragssatz mit einem Arbeitgeberanteil in Höhe von 6,7% des versicherungspflichtigen Entgelts.

AG-Zuschuss KV (6,7% von 3.750 €)    251,25 €
AG-Zuschuss PV (0,975 % von 3.750 €)   36,56 €
                   —————
Summe monatlich (AG-Zuschuss)      287,81 €

Für Paul Pietsch können (510 € ./. 287,81 € =) 222,19 € als Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die Basiskranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt werden.

Dieser Betrag ist mit dem in der Lohnsteuertabelle bereits berücksichtigten Betrag für die Basisversicherung zu vergleichen. Bei Arbeitslöhnen ab 3.750 € (= Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2010) sind das

KV (7,6% von 3.750 €)      285,00 €

PV (0,975 % von 3.750 €)     36,56 €
               ————
Summe Vorsorgepauschale
KV/PV monatlich         321,56 €

Da in der Lohnsteuertabelle eine um (321,56 € ./. 222,19 € =) 99,37 € höhere Vorsorgepauschale berücksichtigt wurde, ist der Bruttoarbeitslohn von 5.200 € um diesen Betrag rechnerisch zu erhöhen. Damit ergibt sich ein Tabellenbrutto von (5.200 € + 99,37 € =) 5.299,37 €. Nach der allgemeinen Lohnsteuertabelle beträgt hierfür die einzubehaltende Lohnsteuer 1.288,16 €.

 

Lohnsteuerbescheinigung

Tatsächliche Zuschüsse des Arbeitgebers

In Zeile 24 des Ausdrucks zur elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2010 werden die tatsächlichen Zuschüsse des Arbeitgebers zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung ausgewiesen.

Für Paul Pietsch (siehe Beispiel) betragen die Zuschüsse des Arbeitgebers zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung

[12 x (240 € + 36,56 €) =] 3.318,72 €

Nachgewiesene Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung

In Zeile 28 der Lohnsteuerbescheinigung sind die vom Arbeitnehmer nachgewiesenen Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung zu bescheinigen. Dabei müssen es Beiträge sein, die sich auf eine Basisabsicherung beziehen.

Für Paul Pietsch (siehe Beispiel) betragen die nachgewiesenen Beiträge

[12 x (480 € ./. 60 € + 90 €) =] 6.120,00 €

 

Stand: 23. Februar 2010

Hier finden Sie das Lohn-Update "Vorsorgepauschale und Anwendung der allgemeinen Lohnsteuertabelle" zum Download als pdf-Datei.

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