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Lohn-Updates

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Lohn-Updates

Nutzung von Warengutscheinen für Sonderzahlungen

Werden Weihnachts- oder Urlaubsgeld nicht bar, sondern in Form von Warengutscheinen gewährt, können sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber finanziell entlastet werden. Warengutscheine, die beim Arbeitgeber einzulösen sind, stellen einen Sachbezug dar. Dabei ist es auch zulässig, wenn der Gutschein nur auf einen Euro-Betrag lautet (OFD Nürnberg Verfügung vom 15.1.2003, Aktenzeichen S-2343-112/St 32).

Sachbezüge, die ein Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverhältnisses erhält, sind grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtig. Sie sind aber steuerlich begünstigt, indem sowohl ein Bewertungsabschlag von 4 % vom üblichen Endpreis am Abgabeort als auch ein jährlicher Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 € je Arbeitnehmer gewährt wird (§ 8 Abs. 3 EStG). Dabei müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

• Die Sachbezüge müssen dem Arbeitnehmer aufgrund seines Arbeitsverhältnisses zufließen. Dabei kann es sich auch um Sachbezüge handeln, die der Arbeitnehmer wegen eines früheren oder künftigen Arbeitsverhältnisses erhält (R 32 Abs. 1 Nr. 1 LStR).
• Bei den Sachbezügen muss es sich um Waren handeln, die vom Arbeitgeber hergestellt oder vertrieben werden, oder um Dienstleistungen, die vom Arbeitgeber üblicherweise gegen Entgelt erbracht werden (R 32 Abs. 1 Nr. 2 LStR).

 

Warengutscheine und steuerlicher Rabattfreibetrag

Werden nun anstelle von Weihnachts- oder Urlaubsgeld oder auch als Zuwendung anlässlich von Firmenjubiläen Sachleistungen in Form von Warengutscheinen gewährt, kann der steuerliche Bewertungsabschlag und der Rabattfreibetrag ebenfalls genutzt werden. Erhalten Arbeitnehmer eines Kaufhauses anstelle des Weihnachtsgeldes einen Warengutschein, der zum Bezug der im Kaufhaus angebotenen Waren berechtigt, so kann dieser bis zur Höhe des Rabattfreibetrages steuerfrei gewährt werden und gegebenenfalls auch beitragsfrei zur Sozialversicherung sein.

Steuerlich ist auch eine Umwandlung von Barlohn in einen Sachbezug zulässig. Das trifft beispielsweise zu für Warengutscheine und Sachgeschenke, die anstelle von vertraglich vereinbarten Sonderzahlungen oder zur Abgeltung von Mehrarbeit anstelle von vertraglich vereinbartem Arbeitsentgelt gewährt werden.

 

Warengutscheine und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt

Geldwerte Vorteile aus Warengutscheinen und Sachleistungen, die als freiwillige Leistungen zusätzlich zum vereinbarten Arbeitsentgelt oder anstelle von den in den Vorjahren freiwillig gezahlten Sonderzahlungen gewährt werden, gehören – soweit sie nach der Rabattregelung lohnsteuerfrei sind – nicht zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung. Beitragsfreiheit tritt also nur ein, wenn freiwillige Leistungen des Arbeitgebers in Warengutscheine umgewandelt werden. Eine Umwandlung wird auch nur dann akzeptiert, wenn der Arbeitnehmer nicht zwischen Barlohn und Sachbezug wählen kann. Geldwerte Vorteile aus Warengutscheinen und Sachleistungen, die anstelle von vertraglich vereinbartem Arbeitsentgelt gewährt werden, sind in vollem Umfang beitragspflichtig. Wurden Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld vertraglich vereinbart oder bisher üblicherweise gezahlt, fallen demnach Beiträge zur Sozialversicherung an.

Einlösung des Warengutscheins beim Arbeitgeber

Arbeitslohn fließt erst zu, wenn der Warengutschein beim Arbeitgeber eingelöst wird (R 104a Abs. 3 LStR).

Praxistipp
Es ist besonders wichtig, die Gültigkeit des Warengutscheins bis zum 31. Dezember zu begrenzen, damit der Rabattfreibetrag des laufenden Kalenderjahres genutzt werden kann.

Beitragsansprüche der Sozialversicherungsträger entstehen bei einmalig gezahltem Arbeitsentgelt, sobald dieses ausbezahlt worden ist (§ 22 Abs. 1 SGB IV). Werden Warengutscheine und Sachleistungen anstelle von Arbeitsentgelt gewährt, ist dies einer Auszahlung gleichzusetzen.

 

Vorteile beim Einsatz von Warengutscheinen
• Nutzung des Rabattfreibetrags von 1.080 € im Kalenderjahr

• Ansatz der Sachbezüge mit 96 % des Endpreises
• steuerlich Barlohnumwandlung möglich
• bei freiwilligen, zusätzlichen Leistungen Beitragsfreiheit im Rahmen der Sozialversicherung
• Kostenbelastung des Arbeitgebers lediglich mit dem Wareneinkaufspreis

 

 

 

Berechnungsbeispiel für die Nutzung eines Warengutscheins als Sonderzahlung

Ein Verkäufer in einem Kaufhaus erhält im November 2006 statt Weihnachtsgeld einen Warengutschein über 1.125,00 €, der zur Einlösung im eigenen Kaufhaus bestimmt ist. Er erwirbt dafür eine HIFI-Anlage, deren Einkaufspreis (netto) 550,00 € betragen hat.

monatliches Gehalt 3.200,00 €, LSt-Klasse III/1.0, ev
Abrechnung bei Zahlung von Weihnachtsgeld Abrechnung bei Einlösung des Warengutscheins 1.125,00 € ./. 4 % = 1.080,00 € (= Rabattfreibetrag)
Abzüge beim Arbeitnehmer

LSt 619,16 €
SolZ 25,05 €
KiSt (9 %) 44,77 €
KV (6,55 %) 287,61 €
KV, zusätzl. (0,9 %) 38,93 €
RV (9,75 %) 421,69 €
AV (3,25 %) 140,56 €
PV (0,85 %) 36,76 €

Summe der Abzüge 1.614,53 €
Abzüge beim Arbeitnehmer

LSt 329,16 €
SolZ 9,10 €
KiSt (9 %) 18,67 €
KV (6,55 %) 212,80 €
KV, zusätzl. (0,9 %) 28,80 €
RV (9,75 %) 312,00 €
AV (3,25 %) 104,00 €
PV (0,85 %) 27,20 €

Summe der Abzüge 1.041,73 €
Ermittlung des Auszahlungsbetrags 4.325,00 € ./. 1.614,53 € = 2.710,47 € Ermittlung des Auszahlungsbetrags
3.200,00 € ./. 1.041,73 € = 2.158,27 €
Kauf der HIFI-Anlage aus Barzahlung von Weihnachtsgeld
2.710,47 € ./. 1.125,00 € = 1.585,47 €
Kostenersparnis des Arbeitnehmers gegenüber Kauf aus Barzahlung von Weihnachtsgeld
2.158,27 € ./. 1.585,47 = 572,80 €
Personalkosten

Gehalt 3.200,00 €
Weihnachtsgeld 1.275,00 €
AG-Anteile SV 886,62 €

Summe 5.361,62 €
Personalkosten

Gehalt 3.200,00 €
AG-Anteile SV 656,00 €
Summe 3.856,00 €
zzgl. Einkaufspreis 550,00 €

Summe 4.406,00 €
Kostenersparnis des Arbeitgebers gegenüber Zahlung von Weihnachtsgeld
5.361,62 € ./. 4.406,00 = 955,62 €

 

44 €-Freigrenze und Besonderheiten bei Einlösung von Warengutscheinen bei einem Dritten

Sachbezüge bis zu insgesamt 44 € im Kalendermonat sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Diese Freigrenze kann für kleine Prämien und Anerkennungen genutzt werden. Dabei wird häufig auf Warengutscheine zurückgegriffen. Ein bei einem Dritten einzulösender Gutschein ist jedoch kein Sachbezug, wenn neben der Bezeichnung der Ware oder der Dienstleistung ein anzurechnender Betrag oder Höchstbetrag angegeben ist. Diese Warengutscheine sind stets mit dem angegebenen Betrag als Arbeitslohn zu erfassen. (R 31 Abs. 1 Satz 7 LStR).

Der Zufluss des Arbeitslohnes erfolgt mit der Hingabe des Gutscheins an den Arbeitnehmer, da er zu diesem Zeitpunkt einen Rechtsanspruch gegenüber dem Dritten erhält (R 104a Abs. 3 LStR). Bei einem Warengutschein ohne Angabe eines Euro-Betrags ist also die 44 €-Grenze zum Zeitpunkt der Hingabe des Gutscheins an den Arbeitnehmer zu überprüfen. Spätere Preisveränderungen bleiben unberücksichtigt.

 

Stand: 16. Oktober 2006

Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Nutzung von Warengutscheinen für Sonderzahlungen" zum Download als pdf-Datei.

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